Die Europäischen Tagungen über Mehrsprachigkeit werden alle drei Jahre vom Europäischen Forum für Mehrsprachigkeit (OEP) veranstaltet und versammeln Entscheidungsträger im öffentlichen Dienst und im privaten Sektor, Forscher und Akteure der Zivilgesellschaft, Verantwortliche aus Wirtschaft, Sozialsektor, aus Berufen und dem Bildungssektor sowie interessierte Menschen mit dem Zweck, klare Fragen zu den Problemen der Sprachen im politischen, kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Bereich zu stellen. Die erste, die Gründungstagung, fand in in Paris vom 24. - 25. November 2005 statt, die zweite in Berlin am 18. und 19. Juni 2009, die dritte in Rom vom 11. - 13. Oktober 2012, und die vierte in Brüssel vom 18.-20. Mai 2019.

Die Tagungen entwickeln sich über vier Themenbereiche, die den Themen des Internetauftritts des EFM entsprechen und die die Fragen zur sprachlichen Vielfalt und zur Kulturindustrie strukturieren: die nationale und internationale Politik, Bildung und Forschung, Kultur und Kulturindustrie, Wirtschaft und soziale Fragen.

Die Tagung hat den Anspruch, Sammelpunkt sämtlicher Denkansätze und Forschungsthemen zur sprachlichen Vielfalt und zur Mehrsprachigkeit zu sein.

Aber die Tagung hat nicht nur einen wissenschaftlichen Anspruch. Sie stellt sich auch zur Aufgabe, auf die Politik einzuwirken, indem sie sich auf die Forschungsergebnisse stützt. Die sprachliche Vielfalt und die Mehrsprachigkeit haben sich in den letzten 10 Jahren als eigenständige Domäne quer zu den akademischen Kategorien durchsetzen können.

Dieses Vorgehen erfordert eine Vielzahl von Partnerschaften, denn die Verfechter der Mehrsprachigkeit befinden sich heute zu Hunderten in den Universitäten und Vereinen. Zur Vorbereitung der Tagung hat das EFM in jedem Land einen Hauptpartner, der die Möglichkeit hat, die Vielzahl von lokalen Aufgaben zu übernehmen, die das EFM nicht selbst tragen kann. Andere inländische und internationale Partner werden ebenfalls zum Gelingen der Tagung beitragen.

Die Tagung hat somit eine dreifache, nämlich wissenschaftliche, politische und symbolische Tragweite.

Nach Paris, Berlin und Rom ist die Wahl der Stadt Brüssel eine eminent politische Wahl, die eng an die Notwendigkeit gebunden ist, die europäischen Entscheidungen in Sachen Mehrsprachigkeit zu klären, jener Mehrsprachigkeit, ohne die eine europäische Bürgerschaft undenkbar ist. Die europäische Bürgerschaft impliziert die Fähigkeit der Bürger der Mitgliedstaaten, an den politischen Entscheidungen mitzuwirken; diese Fähigkeit jedoch erfordert, dass Europa sich in den Sprachen dieser Bürger äußert. Die Bürgerschaft impliziert außerdem den Respekt der vielfältigen europäischen kulturellen Identität. Die europäischen Völker sind von ihrer Kultur her leicht als Europäer zu erkennen, gleichzeitig müssen aber die Unterschiede, die ihren Reichtum ausmachen, respektiert werden. Der europäischen Devise „Vereint in Vielfalt“ entspricht auf der sprachlichen Ebene die Mehrsprachigkeit. Das EFM hat zum Ziel, dieser fundamentalen politischen Entscheidung Konsistenz zu verleihen.

Um mehr über das Thema zu erfahren, lesen Sie natürlich den Call for Papers auf der eigenen Website: https://assises.observatoireplurilinguisme.eu

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